Tropic Thunder

Tropic Thunder (Tropic Thunder)
USA/GB/BRD 2008

Regie: Ben Stiller; Buch:  Ben Stiller, Justin Theroux, Etan Cohen; Kamera: John Toll
Darsteller: Ben Stiller (Tugg Speedman), Robert Downey jr. (Kirk Lazarus), Jack Black (Jeff Portnoy), Matthew McConaughey (Rick Peck), Nick Nolte (Four Leaf Tayback), Tom Cruise (Less Gossman)
Länge: 106 Minuten

Weil sein Vietnam-Film ein Desaster zu werden droht, versucht es Nachwuchsregisseur Cockburn gezwungenermaßen mit einer unkonventionellen Methode. Die Schauspieltruppe um Held Tugg Speedman (Ben Stiller) wird im asiatischen Dschungel ausgesetzt, mini-Kameras sollen ihr Verhalten in einer realistischen Kampfumgebung inkl. Überraschungen wie gestellten Explosionen etc. aufzeichnen. Doch die Truppe landet versehentlich in einem Gebiet von Drogenhändlern und hält die echten Schüsse zuerst für Filmeffekte.

Der Trailer und die Grundstory sind schön schräg und versprechen eine gute und flotte Komödie, die sich über das Filmgeschäft und seine Genres und Methoden witzig macht.
Doch Regisseur und Mitautor Stiller begeht schon im Ansatz Fehler, indem er das Tempo des Filmes immer über dessen Witz stellt. Explosionen, schnelle Schnitte, Kamerafahrten – Hektik am falschen Platz eigentlich, denn das Timing der Gags ist dadurch noch übler als ohne diese Elemente.

Der Film braucht lange, um seine eigentlich einfache Grundstory zum ersten Plotpunkt zu bringen. Wer den Trailer kennt, darf erst mal über 25 Minuten auf die eigentliche Handlung warten und muß dann feststellen, daß das “realistische-Film-Setting-Szenario” inkl. aller sich bietenden Ideen gerade mal die nur für nächsten 10 Minuten in dieser Art währt. Eine Enttäuschung, denn anstelle dessen tritt schon nach der ersten Minute eine Drogenhändler-Mafia-Story, in der die gefangenen Freunde u.a. Speedman selbst, wieder befreit werden müssen. Hier hat man einfach das Potential der Story nicht gesehen – der Film, den man aufgrund dessen erwartet, existiert also nicht, sondern entwickelt sich in eine andere Richtung weiter – leider die falsche.

Jack Black darf als Sidekick nervende Furz- und Drogenwitze als unnötige Einlage geben und mit Robert Downey jr. als Method Actor gibt es immerhin noch ein paar kleine Lacher. Leider reichen zwei Grinser nicht für eine abendfüllende Komödie und man muß sich fragen, wo Stiller & Co. die Gags gelassen haben. Die kann man nämlich im Dunkeln suchen. Selbst in irgendwelchen drittklassigen Spoof-Filmen gibt es mehr zu finden. Das ist deswegen so schlimm, weil das Thema sich geradezu anbietet für Komik.

Anstelle dessen gibt es einen 10-jährigen als Kopf der Drogenmafia zu bewundern, was dem Film sofort den Kopf bricht, selbst für die, die bis dahin durchgehalten haben. Hier ist man schon an einer nervtötenden Situation zu viel angelangt und hat wenig auf der Haben-Seite.

“Tropic Thunder” wartet mit einer Schauspielerriege auf, die beachtlich ist – Nick Nolte spielt den Vietnamveteran, Matthew McConaughey Speedmans Agent und Tom Cruise den schmierigen Produzenten. Damit zeigt dieser, bei aller Zweifel um seine persönliche Einstellung zu gewissen Themen, daß er immer für eine Überraschung bei der Rollenwahl gut ist.

Doch letztendlich kann man wenig überzeugen. Der Schnitt ist hektisch und zu sehr an B-Action-Filme angelehnt, die Gagzahl unterdurchschnittlich, das Timing schlecht, die Charaktere oft nervig, die Handlung zu sehr gegen den Wind und in die falsche Richtung. Das ist schade, denn, wie gesagt, Grundidee und Trailer machten da ganz andere Versprechungen.