The Expandables

The Expendables
(The Expandables)
USA 2010

Regie: Sylvester Stallone
Darsteller: Sylvester Stallone (Barney Ross), Jason Statham (Lee Christmas), Jet Li (Yin Yang), Dolph Lundgren (Gunnar Jensen), Mickey Rourke (Tool), Eric Roberts (James Munroe), Bruce Willis (Mr. Church),  Arnold Schwarzenegger (Trench), Steve Austin (Dan Paine), Gary Daniels (The Brit)
Länge: 108 Minuten

Barney Ross und seine Söldnertruppe sind die Jungs für´s Grobe. Überall wo sich die anderen zu Schade sind oder es nicht offiziell geht, schicken sie “The Expendables”. So auch in ein südamerikanisches Land mit korruptem Diktator und finsterem EX-CIA-Agent als Drahtzieher.
Die Jungs ballern und merken, daß nicht mit offenen Karten gespielt wurde. Dann ziehen sie ab, nur um wieder zu kommen, weil Barney sich bei dem Ausflug in ein Mädchen verguckt hat – die Tochter des Diktators, die sich aber gegen diesen gestellt hat und nun im Gefängnis schmachtet. Mit geballter Ladung mähen sie die Scherken des Bösen restlos nieder.

Wer hätte das für möglich gehalten? Alles was Rang und Namen im Old School Action Milieu hat ist dabei – fehlen eigentlich nur noch Chuck Norris, Steven Seagal und Jean Claude. Aber trotzdem – wenn man den Cast liest, dann heißt es: Heldenzeit und Dauergeballer! Ein Film für Männer also, mit Action, Sprüchen und einer Handlung, die man auch nach einem Kasten Bier noch versteht.

OK – zumindest das letztere wurde bravourös erfüllt. Die Handlung ist so dünn, daß sie schon für Direct-To-Video-Actionware ziemlich mau ist. Warum hier wer was tut erschließt sich dem Zuschauer kaum. Zudem ist ausser der Schieße-Alle-Feinde-Tot-Grundstory wirklich nichts weiter zu sagen – kein Twist, keine Überraschung, nix.

Das scheinen auch die Beteiligten zu wissen und versuchen alles mit Coolness und einem Hauch von Ironie zu nehmen. Die One-Liner sind dabei aber lange nicht mehr so knackig wie früher und auch sehr spärlich gesät. Die Story ist noch dünner als bei “Rambo 4”, was ja alles zu verschmerzen ist, wenn die Action stimmt. Aber vor allem die Actionszenen kann man an einer Hand abzählen! Teilweise schleppt sich der Film hier wirklich lange dahin, bis neue Action geboten wird, gerade am Anfang, in der Mitte und kurz vor Ende, also eigentlich immer.

Das ist wirklich zum Heulen, denn gerade in der Königsdisziplin “Daueraction ohne Schnick-Schnack” hält man sich zurück. Die gebotenen Szenen sind definitiv zu wenig und bis auf wenige Ausnahmen auch relativ unspektakulär umgesetzt. Fünf kurze Actionszenen ohne erkennbare Choreoraophie und Schauwerte – da bietet ja jedes Endzeit- oder Vampir-Rip Off mehr Masse – und leider auch mehr Klasse.

Hier und da blitzt es auf, das Gefühl, dass sich der Cast gelohnt hat, nur leider viel zu selten. Warum so viele Namen und so wenig Einsatz davon? Warum ist mit einem Jet Li nicht eine tolle Kampfszene möglich? Warum kann man mit Stallone und Statham kein zünftiges Geballer inszenieren? Unter anderem, weil man nichts davon sieht.

 

Wie schon bei “John Rambo” hat Stallones Kameramann hier volle Arbeit geleistet. Sie sehen, daß sie nichts sehen! Zumindest im Kino.
Nach einer kurzen Anfangstotale gibt´s dann nämlich in jeder Szene nur noch Nahaufnahmen, Nahaufnahmen, Nahaufnahmen und Nahaufnahmen. Ehrlich! Man sieht definitiv nicht wer wo was tut und bekommt davon auch noch Kopfweh. Dieser TV-Fotographie-Stil ist wirklich der Killer für den Film. Verdammt, ich will die Szene sehen! Wer kämpft denn
da gegen wen und wie? Doch das kann man nur erahnen. Deswegen ist es auch egal, gegen welche Gegnerübermacht die Söldner kämpfen – man sieht sie nicht!
Hätte man hier eine saubere Arbeit geleistet, dann ginge das Ganze noch als vernünftige B-Action-Ware durch. So hat aber schlußendlich die Kameraabteilung (und somit auch in gewisser Weise die Regie) den Film total vergeigt.

Naja – nicht total, aber die erwartete Fun-Action-Granate ist es nicht geworden. Viel zu zäh und zu lang gebaut, zu wenig Story, zu wenig Action, zu wenig Stunts, zu wenig Rumms und zu wenig Klarheit. Straighte Actionkost ohne Fragen, coole Sprüche, zähe Helden, schöne Frauen, wenig Text, viel Körpereinsatz, Fäuste und Waffen – das hat der Film versprochen – aber gehalten hat er es leider nicht – insofern ist das eine große Enttäuschung und eine Empfehlung, lieber die alten Filme rauszukramen oder auf einen ebenbürtigen Gegner für diese in der Zukunft zu warten.