Terminator 3

Terminator 3 – Rebellion der Maschinen (Terminator 3: Rise of the Machines)
USA/GB/BRD 2003

Regie: Jonathan Mostow
Buch: John Brancato, Michael Ferris
Kamera: Don Burgess, Ben Seresin
Darsteller: Arnold Schwarzenegger (T-800), Nick Stahl (John Connor),
Claire Danes (Kate Brewster), Kristinna Loken (T-X), David Andrews (Robert Brewster)
Länge: 105 Minuten

Arnold Schwarzenegger war der Terminator in “Terminator”.
Dann war Arnold Schwarzenegger der Terminator in “Terminator 2”.
Jetzt ist Arnold Schwarzenegger der Terminator in “Terminator 3”.
Klingt spannend? Ist es aber nicht wirklich.

Nachdem eigentlich alles gut war, hat sich die Zukunft doch nicht verändert und wieder wird ein Terminator geschickt, um die Vergangenheit zu beeinflussen und John Connor zu töten. Wieder wird ein anderer geschickt, um ihn zu beschützen. Der Rest der Story ist eine einzige Jagd, bei der John Connor zusammen mit seiner zukünftigen Frau Kate, die erst später von ihrem Glück erfährt (nachdem ihr Freund vom bösen Terminator ausgeschaltet wurde), versucht den Lauf der Dinge wieder einmal zu verändern.

“I´ll be back” hieß es im zweiten Teil – und jetzt ist er wirklich zurück. Aber wo der zweite “Terminator” ein Schritt nach vorn war, ist es beim dritten eher einer zurück. Daß die Story wieder einmal so frech recycelt wurde, ist eher beschämend. Wahrscheinlich lag es daran, daß der erwartete Krieg in der Zukunft, den viele Fans sicher sehen wollten, zu gewagt gewesen wäre und eine ganz andere Richtung vorgeben würde. So ist der Film leider ein Aufguss des zweiten Teils und bleibt hinter diesem zurück.

Ohne James Cameron im Regiestuhl fehlt merklich viel. Denn wo dieser eine schwache Story mit visueller und kreativer Phantasie ausfüllt, bemüht sich Mostow allein darum, routiniert umzusetzen und es gelingen nur wenige Höhepunkte. Teil 2 war sogesehen ein Bravourstück, denn obwohl zu lang und mit dünner Story ausgestattet, waren die einzelnen Szenen jeweils tadellos gelungen. Ob es nun der Anfang war oder die Kaufhausszene, die Verfolgung im Kanal oder die Befreiung aus der Anstalt, das Zerlegen von Cyberdyne oder die finale Verfolgungsjagd und Szene in der Gießerei – alles war beeindruckend umgesetzt – sowohl von den Idee, als auch den Effekten. Die kreative Kraft hat dabei feine Details wie den Schachbrettboden oder die in den Gitterstäben hängende Waffe erschaffen.

Das fehlt leider alles. Mostow gelingt es nicht, den Szenen eigenen Drive zu geben und mehr zu liefern als ein Abklatsch. Selbst modernere Technik macht aus dem Krieg in der Zukunft, der wieder einmal zu anfangs zu sehen ist, weniger und packt dies in eher unspektakuläre Bilder ohne visuelle Ideen. Leider geht es den ganzen Film so – auch die folgende Sequenz der Ankunft der Terminatoren zeigt, daß hier nur das farblose Drehbuch umgesetzt wird. Die Terminatrix, die kaum Unterschiede zum T-1000 aus Teil 2 bietet, kommt in einem Modegeschäft an, der T-800 in der Wüste mit kleinem brennenden Dornbusch. Diese Bilder brennen sich einfach nicht so ein, wie zuvor.

Bei der Action ist es ebenso. War Teil 2 eine Aneinanderreihung grandioser Actionszenen, so ist Teil 3 eine Aneinanderreihung von Actionszenen, die die aus Teil 2 kopieren.

Die Friedhofsszene erinnert an die Cyberdyne-Szene, der finale Kampf an den finalen Kampf. Mostow bringt auch hier nur eine Routineumsetzung, läßt zwar einiges in Flammen aufgehen, aber dies wenig spektakulär. Selbst die Amokfahrt des Krans durch den Häuserzug, mit Arnold an der Kette hängend, ist aufgrund der Realisation ohne die erwünschte Wirkung. Wild wird mit vielen Perspektiven gearbeitet, Bilderschnipsel sollen Action verdeutlichen, tragen aber dazu bei, daß man die Orientierung verliert und die eigentliche Spannung – der Kampf der beiden Terminatoren und die Gefahr für den Guten, überhaupt nicht spürt, denn dafür braucht man einen Überblick. So explodiert es hier und kracht es, aber irgendwie wirkt die Szene planlos und chaotisch.

Ebenso geht es den Effektszenen. Waren diese bei Teil 2 aufgrund der neuen Technik schon ein Renner, wurden sie von Cameron noch durch einen guten Aufbau unterstützt. Daß reines Morphing heute keinen mehr staunen läßt, weiß sicher auch Mostow, doch er bietet eben nur dieses und läßt sich nicht mehr dafür einfallen.

 

Leider ist auch der Plot schwer nachvollziehbar. Warum wer was tut und was die Virusgeschichte soll, weiß eigentlich keiner so richtig. Warum die Terminatrix den Mann töten will, der den Judgement Day auslöst, ist mir immer noch ein Rätsel.Einziger Pluspunkt: die Ironie und Zitate, die immer wieder durchblitzen. Das geht von der Sonnenbrille am Anfang bis zum Bonusmaterial der DVD. Leider schwächt dies auch manchmal den kühlen Geist des Terminators und damit den Film. Genaugesehen wirkt es unentschieden. So benutzt das Vorbild Paul Verhoeven (“Robocop”, “Starship Troopers”) diese Einwürfe durchgehend und immer wieder in der gleichen Weise.

In Summe ist “Terminator 3” ein Film für Fans von Schwarzenegger oder der Reihe, der sonst nur interessant ist, wenn man einmal leichte Kost sehen möchte. Auch für Actionpuristen geht er in Ordnung – eine wirkliche Empfehlung ist er nicht.

Gewohnt gut sind die Extras der DVD. Die Dokus sind informativ, die deleted Scene erinnert an die Ironie-Einwürfe aus “Robocop” und hätte meines Erachtens in den Film gehört, da man etwas mehr Orientierung dadurch bekommt.