Robin Hood

Robin Hood (Robin Hood)
USA/UK 2010
Regie: Ridley Scott; Buch: Brian Helgeland; Kamera: Anthony Dot Mantle; Schnitt: John Harris
Darsteller:
Russel Crowe (Robin Hood), Cate Blanchett (Lady Marian Loxley)
Länge:
140 Minuten

Als der Film 2010 in die Kinos kam, habe ich mich gefragt, wer das denn eigentlich braucht. Noch mal Robin Hood – aber Kevin Costner hat ja damals auch gezeigt, dass man einen unterhaltsamen neuen Film zu einem bekannten Thema machen kann.

“Robin Hood“ versucht nun vieles anders zu machen und zeigt sich dabei wenig Konsequent. Die einfache Geschichte wird lange gedehnt und mit Teilen angereichert, die wenig Robin Hood, dafür aber allseits aus anderen Filmen bekannt sind. So z.B. dass er die Rolle eines anderen Mannes (inkl. Marion als Ehefrau) einnimmt (wie in “Sommersby“ bzw. “Die Wiederkehr des Martin Guerre“) oder natürlich extrem voraussehbare Szenen wie der pathetische Tod ihres alten Schwiegervaters. OK, man kann gerne etwas anders erzählen, als die bekannte Story, aber dann bitte eben wirklich nicht diese gegen andere Versatzstücke austauschen!

Dabei, so glaubt man nach den ersten Szenen, könnte es doch ganz nett werden. Nicht mehr so knallbunt wie früher, sondern etwas nebliger. Doch der Film fährt sich schnell ins Abseits. Versucht er insgesamt sehr “real mittelalterlich“ zu erscheinen, so ist es auch für Geschichtslaien (und Robin-Hood-Kenner) gleich zu Beginn reichlich seltsam, dass König Richard auf dem Rückweg vom 3. Kreuzzug getötet (und nicht gefangen genommen) wird. Da kann man dann noch so sehr mit historischen Namen rumschmeißen. Realistisch und glaubhaft wird man dadurch nicht mehr.

Das geht aber auch weiter, wenn am Ende die Franzosen an Englands Küste landen! Wer das verdaut hat oder einfach akzeptiert, der wird spätestens bei dem WIE den Kopf schütteln. Denn die fortschrittlichen Franzosen haben gleich mal den D-Day andersrum gespielt und gehen mit ebenso aussehenden Landungsboden (nur aus Holz) an Land. Aha! Keine Ruderboote also – und wie man die von den Schiffen zu Wasser lässt, bleibt mir auch rätselhaft. Lasst das doch einfach bleiben nächstes Mal – ich mein 130 Millionen Budget und alles was einem einfällt sind solche Szenen?
Zu guter Letzt kommt noch Marion zur Finalschlacht in Rüstung mit einem Haufen Waisenkinder und hilft den Engländern im Kampf.
Soweit, so doof.


OK, Stroh in den Burgen, graues Wetter, keine Strumpfhosen und keine riesigen Aufmärsche – soweit alles glaubhaft. Aber schon in der TV-Serie von 1984 war das so und einige Reminiszenzen scheint es auch weiter zu geben (Bienenkörbe, Robin ist als Kind blond). Aber Russel Crowe ist einfach zu alt für die Rolle – und Cate Blanchett auch.

Überhaupt der Titel!! Zwanghaft wird hier versucht bestimmte Erwartungen zu erfüllen, wobei man letztlich nichts richtig macht. Lasst doch nächstes Mal einfach Robin Hood draussen und gebt dem einen anderen Titel. Das wäre sicherlich passender.

Nunja – an der grossen Langeweile in der Mitte wird sich damit nichts ändern. Auch nichts daran, dass Marion und Robin sich nicht wirklich ineinander verlieben und er dann wie aus heiterem Himmel in der Schlacht “Ich liebe Dich, Marion!“ sagt. Aber das gab´s ja auch bei “Star Wars Episode 2“ schon. Ach ja – und über Spannung würde ich mich auch freuen das nächste Mal. Da kann man noch so viel bombastische Musik reinballern – wo nichts ist, ist einfach nichts!!