Ring-Reihe

Ring (Ringu)
JAP 1998

Regie: Hido Nakata; Buch: Hiroshi Takahashi; Literaturvorlage: Koji Suzuki; Kamera: Junichiro Hayashi; Musik: Kenji Kawai
Darsteller: Nanako Matsushima (Reiko Asakawa), Hiroyuki Sanada (Ryuji Takayama), Miki Nakatani (Mai Takano), Yuko Takeuchi (Tomoko Oioshi)
Länge: 85 Minuten

Reporterin Reiko ist auf der Suche nach einem fluchbeladenen Videoband. Jeder der es sieht, muß eine Woche später sterben – mit angstverzerrtem Gesicht. Mehrere Schüler, die ihre Freizeit in einem abgelegenen Ferienhaus verbracht hatten, sind tot, darunter auch ihre Schwester. Als sie das Band im Ferienhaus findet und ansieht, geschehen auch wieder alle Zeichen – das Telefon klingelt und eine Frauenstimme kündigt das Unheil an.
Zusammen mit ihrem Ex-Ehemann Ryuji versucht sie nun ihr Schicksal abzuwenden – und das ihres Sohnes, der das Band auch gesehen hat.

”Ring” ist eine interessante Produktion. Mit wenig Mitteln, ohne Blut und Splatter, kaum Effekten und sehr konventioneller Umsetzung in Bezug auf Kamera und Schnitt (eher längere Einstellungen, keine Stakkatoschnitte oder Shuttereffekte etc.) ist der Film nicht nur minimalistisch, sondern damit auch sehr real und, je weiter er geht, umso packender und spannender. Hervorzuheben ist auch die musikalische Seite, die auf Geräuschen basiert und den Film über große Teile trocken läßt – was extrem zur unterschwelligen Spannung beiträgt – und zum Realismus.
Schon die Figur der Sadako und das Todesvideo sind absolut grandiose Szenen und die Tatsache, daß vieles ungelöst bleibt, begründen mit den Ring-Kult. Den Film sollte man auf jeden Fall alleine, bei gedämpften Licht und mit abgezogenem Antennenstecker ansehen – bis zum Schluß in einem Rutsch – denn dort …

 

Ring 2 (Ringu 2)
JAP 1999

Regie: Hido Nakata; Buch: Hiroshi Takahashi, Hido Nakata; Kamera: Hideo Yamamoto; Musik: Kenji Kawai
Darsteller: Miki Nakatani (Mai Takano); Hitomi Sato (Masami Kurahashi), Kyoko Fukada (Kanae Sawaguchi), Nanako Matsushima (Reiko Asakawa)
Länge: 95 Minuten

Nach dem schrecklichen Tod von Ryuji hat sich Reiko mit ihrem Sohn Yoichi versteckt. Ryujis Geliebte Mai nimmt die Spur des Videos auf und trifft nicht nur auf eine im Koma liegende Patientin, die einen Teil des Videos sah, sondern findet auch Yoichi, in dem sich Sadako reanimieren will. Als Reiko stirbt wagen helfende Forscher ein gefährliches Experiment.

Lange nicht so greifend wie der erste Teil, spinnt “Ring 2” die Geschichte weiter. Da aber die Grundbedrohung für die Hauptperson und damit ein durchgehendes Spannungselement fehlt, vergeht viel Zeit mit losen Recherchen. Mai ist als Hauptfigur auch weniger interessant und kommt sehr unvermittelt in den Film. Leider gibt es auch sonst viel weniger Spannungsbögen und nur wenige Szenen strahlen den mystischen Flair des ersten Teils aus (Photoszene bei der Gesichtsrekonstruktion).
Es wird viel wiederholt und ein großes Manko sind die parapsychologischen Fähigkeiten, die hier fast jede Person besitzt und die zudem viel zu stark zur Story beitragen. Zwar sind solche übernatürlichen Phänomene in Asien stärker akzeptiert und müssen nicht groß begründet werden, hier wird aber damit übertrieben und wo bei “Ring” der Realismus die Spannung förderte, schränkt man ihn hier ein und zerstört sie durch an einem Übermaß an unerklärlichen Kräften.
Auch die Lösung und das Ende geraten lange nicht so stark wie zuvor. Der Höhepunkt ist kein Schock, sondern viel klassischer gehalten. Dafür gibt der Film aber Antworten auf einige offene Fragen des ersten Teils.

 

Ring 0: Geburtstag (Ringu 0: Basudai)
JAP 2000

Regie: Norio Tsuruta; Buch: Takahashi Hiroshi
Darsteller: Yukie Nakama (Sadako Yamamura), Takeshi Wakamatsu (Yusaku Shigemori), Yoshiko Tanaka (Shoko Miyaji), Ryiuji Mizukami (Wataru Kuno)
Länge: 99 Minuten

Dreißig Jahre vor den Ereignissen der Vorgänger erzählt “Ring 0” die Geschichte von Sadako, bevor sie so wurde, wie wir sie kennen – und wie sie dazu wurde. Sadako, hübsch, aber geprägt durch ihre Mutter, ihre unklare Herkunft und die Ereignisse bei der Pressekonferenz, ist Schauspielerin bei einer Theaterproduktion. Doch das seltsame Mädchen wird nur von Yusaku akzeptiert. Als erste Unglücksfälle passieren schreibt man ihr diese zu. Als dann Sadako und Yusaku erkennen, was ihre eigentliche mystische Begabung ist, ist es zu spät, denn die anderen machen Jagd aus sie.

Anstelle einer weiteren sinnlosen Fortsetzung blickt “Ring 0” in die Zeit vor den Ereignissen zurück. Sicher kein neuer Einfall, aber wesentlich ergiebiger als “Ring 2”. Verwirrend und etwas enttäuschend ist natürlich die Entmystifizierung Sadakos zu anfang, da man sie so nicht gewohnt ist – nämlich als realer, gutaussehender Teenager. Leider leidet die Atmosphäre etwas darunter – gegen Ende wird dieser Strang wieder relativiert und in sich halbwegs logisch – zu viel bleibt offen, damit er wirlich ganz schlüssig wird. Aber der bessere Aufbau und die unterhaltsame Regie machen dies schnell vergessen.
Ist im Mittelteil etwas “Carrie” zu spüren und drifted der Film kurz in eine eher unoriginelle Hetzjagd ab, so kommt zum Schluß wieder ein absoluter Schockeffekt und macht einen die Unebenheiten vergessen. Fans seien alle drei Teile ans Herz gelegt – alle anderen können sich auf den ersten und, bei weiterem Interesse, den letzten beschränken.

 

 

INFO:
Chaos am Ringhimmel – die Vielzahl der Filme, Serien und Bücher macht einem ein Durchblicken nicht leicht:

1991 erscheint Koji Suzukis Roman “Ring”, weitere (z.B. 1995 “Rasen”) folgen.
1995 Der originale “Ring: Kanzen-ban”-Film. Ein japanischer TV-Streifen.
1998 Der erste neue “Ring” Film.
1998 Im gleichen Jahr läuft das Sequel “Ring: Rasen” als Doppelprogram  mit “Ring” im japanischen Kino an. Während der erste Teil gelobt  wird, gerät der eigentlich zweite sofort in Vergessenheit und wird von den nachfolgenden ignoriert.
1999 “Ring 2”
1999 “Ring” TV-Serie – 12 Episoden
1999 “Rasen” TV-Serie – 13 Episoden
1999 Basierend auf dem selben Roman erscheint mit “Ring: Virus” die koreanische Version der gleichen Geschichte
2000 “Ring 0”
2002 “Ring”, das amerikanische Remake.
2005 “Ring 2” – US-Version des japanischen Regisseurs