Resident Evil: Afterlife

Resident Evil: Afterlife (Resident Evil: Afterlife)
BRD/F/USA 2010

Regie/Buch: Paul W. S. Anderson; Kamera: Glen McPherson; Schnitt: Niven Howie; Musik: Tomandandy
Darsteller: Milla Jovovich (Alice), Ali Larter (Claire Redfield), Wentworth Miller (Chris Redfield)
Länge: 96 Minuten

Wieder mal kämpfen Überlebende der Virenkatastrophe gegen Mutanten und die Scherken der Umbrella-Corporation, die Nachschub an Testmaterial und anderem benötigen. Diesmal stecken eine handvoll Überlebende in einem alten Gefängnis fest, umrundet von tausenden sabbernden Zombies. Das ungefähr ist auch die Variationbreite zum letzten Resident Evil Film. Ach ja – und er ist in 3D gedreht.

Nach dem schwachmatischen 2. Teil der Serie und dem dann folgenden Mad Max 2-Rip Off als dritten Teil, kehrt nun endlich Paul W.S. Anderson wieder in den Regiestuhl zurück, der ausser dem ersten Teil auch andere Spieleverfilmungen wie Mortal Combat auf dem Konto hat und zumindest anständige Popcorn-Action abzuliefern weiss.

Zu anfangs wird ein Stützpunkt  der Corporation von nervigen Alice-Klons zerlegt. Das Gute: sie geht am  Ende ihrer Superkräfte verlustig. Cool, denn das war ein weiterer  Nerv-Faktor des vorherigen Films. Also alles wieder hergestellt.
Doch dann nudelt sich die Geschichte unspektakulär weiter und zeigt in zähen Sequenzen eine kaum erwähnenswerte Variante von davor gesehenen Endzeit-/Zombiefilmen.

Die Figuren sind austauschbar, das Gesagte lapidar, die Action rar.
Hier streckt sich der Film lange und hat doch im Grunde nur die einfache Geschichte zu erzählen, dass die Überlebenden ein Schiff erreichen wollen, wo ihnen Zuflucht versprochen wird. Was sich also wie der Beginn der zweiten Hälfte von “28 Tage später” liest, bleibt hier Hauptstory.

Da wäre doch wirklich mehr drin gewesen. Selbst einem Routineregisseur muss auffallen, dass das nicht reicht. Zumindest ein paar Abwandlungen im Sujet oder den Charakteren sollte möglich sein. Und auch in der Action kränkelt der Streifen.
Über den Mittelteil dümpelt der Film vor sich hin, Zombiehorden umgeben den Betonblock, aber so viel das Bild an sich verspricht, so wenig hält es ein. Am Ende greift dann zwar die Mutantenschar an, aber auch hier hätte man die gelungenen Make-Up-Effekte besser integrieren können und einfach mehr einbauen müssen, um den Zuschauer bei der Stange zu halten.

3D gab es übrigens auch noch im Film und so nett auch der ein oder andere Effekt ist – ich muss es nicht unbedingt haben, dieses 3D-Kino. Gibt es Filme oder Anlässe, bei denen das wunderbar funktioniert (siehe “U2-3D”), so braucht selbst nicht jeder Actionfilm (geschweige denn ein ernstes Drama) diesen Zusatzeffekt.
Abgesehen davon, dass die Brillen nerven, sieht 3D-Kino ja nicht wirklich realer aus. Zumindest sieht meine Welt nicht so aus, wie ich sie im 3D-Kino erlebe, sondern vielmehr so, wie sie im traditionellen 2D-Kino abgebildet wird.

“Resident Evil: Afterlife” ist selbst als Unterhaltungskino eher unteressant, wird aber aufgrund des sehr unbefriedigenden End-Hooks, leider nicht der letzte Film der Reihe bleiben.
Spätestens hier wird auch der letzte Fan der Reihe das Kino unzufrieden verlassen – denn das ´offene´ Ende ist in dieser Art von Film fast schon eine Frechheit.