Krieg der Dämonen

Krieg der Dämonen (Yokai Daisenso)
JAP 2005

Regie: Takashi Miike; Buch: Takashi Miike, Mitsuhiko Sawamura, Takehiko Itakura; Kamera: Hideo Yamamoto; Musik: Koji Endo; Schnitt: Yasushi Shimamura
Darsteller: Ryunosuke Kamiki (Tadashi Ino), Hiroyuki Miyasako (Sata), Chiaki Kuriyama (Agi), Bunta Sugawara (Shuntaro Ino), Kaho Minami (Youko Ino)
Länge: 124 Minuten, Farbe

Der 12-jährige Tadashi wird zum Ritter des Kirin bei einer Dorffeier ausgewählt. Doch anstelle es bei der Zeremonie zu belassen, macht er sich auf die Suche nach dem Schwert des Ritters und gerät in einen Konflikt zwischen den Yokai (jap. Fabelwesen) und dem bösen Kato, der mal wieder die Welt in die Finsternis stürzen will.

“The Great Yokai War”, ist ein japanischer Film, der irgendwie auf vielen Wassern fahrt, aber sich für keines wirklich entscheiden kann. Konzipiert und in Japan beworben als Familienfilm, zeigt schon die deutsche FSK-Freigabe “ab 16”, daß entweder die Sehgewohnheiten unserer Kulturen diametral entgegengesetzt sind oder man einfach etwas über das Ziel hinaus geschossen ist.

Titel und Thema versprechen dabei aber eigentlich einen Fantasy-Streifen, ähnllch anderer Yokai-Filme. Doch Regisseur Miike verlegt die Szenerie in die heutige Zeit und reichert das ganze zu allem Übel mit einer gehörigen Dosis Science-Fiction an, so sind z.B. Maschinenmonster die Hauptgegner der Fabelwesen.

Der Kinderheld zielt wieder in Richtung Familienfilm, manche Effekte und gerade die futuristischen, Kettensägen-schwingenden Maschinengegner, sprechen hier aber eine andere Sprache. So ist das ganze schon von Beginn an weder Fisch noch Fleisch.

Schön anzusehen sind hingegen die, wie gewohnt durch großteils menschliche Schauspieler mit Make-Up-Effekten und Kostümen dargestellten Yokai. Diese wirken nicht selten belustigend, denn gruselig – zumindest für westliche Augen. Trotzdem ist die Masse und Unterschiedlichkeit ganz klar ein Pluspunkt und ein herausstechendes Element gegenüber ähnlich gelagerten Produktionen.

Doch das macht der Film gleich wieder kaputt, indem exzessiv äußerst durchwachsene Computeranimationen auf der anderen Seite stehen. Die Maschinenmonster und auch andere Kreaturen sind tricktechnisch unterste Schublade. Dabei ist es wirklich traurig, daß man heutzutage überall auf CGI-Effekte zurück greifen muss. Wirken diese hier unglaublich trashig, so addiert das leider nichts zu dem Film – alte Trashfilme waren aufgrund der lächerlichen Kostüme, Bauten, Modelle oder Make-Up einfach Filme, die dem geneigten Publikum einen Lacher nach dem anderen bescherten – schlechte Computeranimationen fühlen sich leider gar nicht danach an, sondern wirken nur billig. Schade, denn so hätte man den ein oder anderen Trashfreund sicher als Fan gewinnen können.

Insgesamt weiß man bei dem Film auch selten, ob die gesehene Passage nun witzig sein soll oder ernst gemeint war, spannend oder ironisch. Vielleicht liegt das im Auge des Betrachters, aber da viele der offensichtlichen Gags sehr flau sind, gehe ich eher von einer ungewollten Komik aus.

Bei der Story kann man auch kaum punkten, zudem ist die Bedrohung durch Kato und seine Kreaturen kaum spürbar und das Finale geradezu anachronistisch, zumal eine RIESIGE Yokai-Armee Katos Festung umgibt und er ohnehin von denen plattgewalzt werden würde.

Der Film endet mit einem zig Mal gesehenem Plädoyer für die Kindheit und den Helden, der als Erwachsener seine ehemaligen Yokai-Freunde nicht mehr sehen kann, da er quasi in einer anderen Welt lebt.

Aufgrund seiner Unentschlossenheit ist der Film kaum für ein gezieltes Publikum zu empfehlen. Yokai-Fans können einen Blick darauf wagen, fühlen sich aber sicher in dieser Umgebung, trotz der unzähligen Kreaturen, bestimmt nicht wohl.