WÄCHTER DES TAGES

Der Film führt den Plot um den auf der guten Seite des Macht stehenden “Wächter der Nacht” Anton aus dem gleichnahmigen Film weiter. Es geht um ihn, seine neue Freundin Svetlana und seinen an die böse Seite verlorenen Sohn Yegor. Und um die Apokalypse - und die Kreide des Schicksal. Was sich wirr anhört ist leider tatsächlich genau so - nämlich wirr!

Nachdem der durchaus sympathische Film “Wächter der Nacht” nicht nur im heimischen Russland Erfolge feierte, ließ die Fortsetzung der geplanten Triologie nicht lange auf sich warten.
“Wächter des Tages” versucht sich an einer episch-verschlungenen Storyline und wird von ihr überrollt - so konfus wird hier erzählt, so blödsinnige Szenen werden hier aneinandergereit und so wenig wirkliche Spannung herrscht hier vor.

Es gibt zahlreiche Intrigen aber keine präsente Gefahr - und wenn, dann nur auf dem Papier. Ein nicht vorhandener oder unsauber ausgeführter Plot ist eines - den Film dann aber gänzlich in den Sand zu setzen etwas anderes.

“Wächter des Tages” bietet eine Unzahl himmelschreiender Ideen und doof-trashiger Szenen. So gesehen hat er ein paar Charme-Punkte auf seiner Seite, wenn man so etwas mag. Leider bringt Regisseur Bekmambetov dies ohne die nötige Ironie in den Film und knallt lieber eine dicke extra Portion Schnittgewitter und sinnfreier Computereffekte drauf. Die böse Larissa parkt u.a. wütend ein, indem sie auf ein Hochhaus mit ihren Auto springt, dort die gebogene Glasfront abfährt und dann in

eines der Fenster knallt, nur um die Gänge entlang zu saußen. Hier stirbt der Cineast und Realist tausend Tode.

Aber auch kirschige-Wasserfall-Liebesszenen gibt es zu bewundern, genauso wie ein sinnloser Ausflug in die Komödie mit einer Sequenz, in der Anton mit Olga den Körper tauscht.

Doch auch der Trashfan hat trotz der wirren Story, der Pseudocoolness der Akteure und der schlecht sitzenden Gags wenig zu lachen. Zu sehr knallt einen der Film buchstäblich mit Effekten, Schnitten und der aufgedrehten Soundkulisse zu. Das führt nach 140 Minuten zu permanenter Reizüberflutung und vor allem zu starken Langeweileanfällen auf Zuschauerseite.

Schlimm auch das Ende. Denn das wirft einen an den Anfang des ersten Teiles zurück. Ein dritter Teil ist somit also wieder möglich - aber gleichzeitig fühlt man sich als Zuschauer mehr als verarscht. Das muss leider einmal jemand offen aussprechen. Zwei Filme sind rum und der dritte geht bei null wieder von vorne los. Warum also überhaupt die ersten Plots erzählen, wenn die sowieso wieder verworfen werden? Verarschung! Jawohl - genauso nennt man dasl!

Optisch und rein technisch macht die Produktion hingegen einen guten Eindruck und kann sich per se sicher international sehen lassen. Mit weniger als 5 Mio. Dollar Produktionskosten hat man hier, auf amerikanische Maßstäbe übertragen - großes geleistet. Der Look ist modern, das Material sieht durchweg gut aus, die Effekte sind für das Budget auch gelungen (obwohl zumeist übertrieben), die Zeichnung von Moskau ungewöhnlich und erfrischend - die Produktion ist so gesehen also definitiv von Erfolg gekrönt. Für das Geld somit sicher eine gute Leistung und eine gewisse Kampfansage - als Film aber müssen solche Erwägungen ausser acht gelassen werden. Es zählt nicht der Wille oder der Weg, sondern das Ergebnis - und das ist nun mal wirklich enttäuschend.

 

 

 

 

 

 

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