STEPPENSTURM

Steppensturm (Taras Bulba)
RUSS 2009


Regie: Vladimir Bortko
Literaturvorlage: Nikolai Gogol
Darsteller: Bogdan Stupka (Taras Bulba), Igor Petrenko (Andriy), Vladimir Vdovinchov (Ostap)
Länge: 125 Minuten, Farbe





 

© Photos by Ascot Elite

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“Steppensturm“ ist ein ukrainischer Film. Dazu noch eine Literaturverfilmung. Und in gewisser Weise auch somit ein Remake. Eigentlich müsste er auch “Taras Bulba“ heissen, so wie der Roman von Gogol und der US-Film von 1962. Dann wüsste man gleich, womit man es zu tun hat. Das war dann dem Verleiher vielleicht doch zu wenig dramatisch – und mit was man es zu tun hat, weiss man ohnehin nicht so richtig.

Um es kurz zu machen – Bulba führt die Kosaken an, die als Reitertruppe die Polen im Kampf gegen die Türken unterstützen. Die Verbündeten Polen stellen sich aber später gegen sie und geben die Kosaken zum Beschuss frei.
Zu allem Übel verliebt sich einer von Bulbas Söhnen in eine polnische Adlige, was ihn in starke Konflikte zwischen Familie, Tradition, Rache und Liebe bringt, als der Kampf zwischen Kosaken und Polen neu ausbricht.

Glück hat, wer das Buch gelesen oder den US-Film gesehen hat, denn der kann zumindest so etwas wie eine Geschichte oder die Emotionen der Personen nachvollziehen. Alle anderen werden sich ständig fragen, was da eigentlich passiert und warum nun wieder wer wen angreift.
Dabei ist die Laufzeit mit 125 Minuten durchaus nicht kurz und würde eigentlich auch reichen, um sinnvolle Zusammenhänge auf die Leinwand zu bannen.
Doch der Film ergeht sich immer wieder in sinnlosen Rückblenden-Strukturen, die es schwierig machen, der normalerweise logischen Geschichte zu folgen. Zudem wird gedehnt was uninteressant ist und wirklich dramatische Momente (z.B. der Kampf Vater gegen Sohn) finden quasi im Vorbeigehen statt.

Das ist richtig schade, denn hier gibt es tolle Schauplätze und die realistischere Kosaken – allein vom Aussehen. Leider bleibt es bei diesen beiden formalen Pluspunkten. Die Actionszenen sind nämlich spärlich gesät und wenig überzeugend. Was man aber dafür im Überfluss bekommt ist Patriotismus und Braveheart-Heroismus.
Blut und Boden-Dialoge auf ukrainischer Erde mögen ja noch ein paar Mal erträglich sein, aber nicht in dieser Masse. Zumal die bösen Polen hier am Ende noch den Kosaken-Gefangenen mit riesigen Knüppeln aus reiner Boshaftigkeit die Arme zu Brei schlagen, in Stahlrohren rösten oder ihnen eiserne Haken durch die Brust bohren, um sie daran aufzuhängen. Bulba darf schlussendlich auch noch das Lob der Steppe hinausbrüllen, während er lebendig verbrannt wird. Alles schon mal besser und sinnvoller gesehen.

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Letztlich bleibt die Neuverfilmung leider trotz guter Ansätze deutlich hinter dem US-Film zurück, trotz dem dortigen Hollywood-Kitsch und dem damals beliebten Spanien als Drehort. Das allein sagt genügend aus. Vielleicht sollten sich das nächste Mal einfach Drehbuchautor und Regisseur auf ihre eigentlichen Kompetenzen konzentrieren, nämlich eine nachvollziehbare Handlung erzählen und die Emotionen der Charaktere ausdrücken.

Nächstes Mal.

 

Fazit

Patriotismus mit der Holzkeule.

 

 

 

 

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