KUNG FU HUSTLE

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Kung Fu Hustle (Gong Fu)
CHINA 2004

Regie: Stephen Chow;
Buch: Stephen Chow,Tsan Kan Cheong, Xin Huo,
Chan Man Keung;
Kmaera: Hang-Sang Poon;
Darsteller: Stephen Chow (Sing), Wah Yuen (Vermieter),
Qui Yuen (Vermieterin), Kwok Kuen Chan (Bruder Sum),
Siu Lung Leung (Das Biest), Dong Zhi Hua (Donut),
Chiu Chi Ling (Schneider), Xing Yuu (Coolie),
Chi Chung Lam (Sings Freund)

Länge: 121 Minuten
Bild: Farbe

 

 

Die Axt-Gang ist dank ihres skrupellosen Anführers und der namensgebenden (Wurf-)Äxte die stadtbeherrschende Bande. Der unglückliche Kleinganove Sing und sein Freund wollen trotz gutem Kern eigentlich harte Gangster werden und verwickeln den “Schweinestall”, den Slum der Ärmsten am Rande der Stadt, in einen Krieg mit der Bande. Doch das vornehmlich leichte Spiel wird jäh beendet, da sich im Dorf einige Kung-Fu Legenden und Meisterassasinen verborgen haben. Selbst mit Übermacht gelingt es der Axtbande nicht die Bewohner klein zu kriegen. Und so muß Sing die ´Bestie´ befreien, den gefährlichsten Kämpfer der Welt, nur um zu entdecken, daß alles falsch war, zu seinen Wurzeln zurück zu kehren, die Hand Buddhas zu werden und seine große Liebe zu finden.

Was Stephen Chow in seinem neuen Film bietet ist Comic in seiner reinsten Form und ein buntgefächertes Zitat der Filmgeschichte.
Über die Abwesenheit der Story kann man kaum einen Gedanken verschwenden, da man mit dem Besten torpediert wird, was der zeitgenössische Kung Fu Film zu bieten hat. Skurrile Charaktere, saubere Choreographie, eine Mischung aus Komödie, Love-Story und Tragödie und ein Wiedersehen mit den Ikonen des HK-Kinos aus den 70ern und 80ern.
“Kung Fu Hustle” ist ein reiner Spaßfilm und will nur Unterhaltung sein. Selten gab es in der letzten Zeit einen Film, der das so konsequent verfolgt und dem geneigten Publikum genau dies bietet. Tuntige Kung-Fu Meisterkämpfer, Tom und Jerry ähnliche Slapstick-Einlagen, Roadrunner Verfolgungsjagden und tanzende, axtbewehrte Gangster gehören dabei genauso zu dieser wilden Mischung wie die Spezialtechniken der einzelnen Kämpfer und die jede Logik entbehrende Story um das seltsame Armenviertel und die wundersame Wandlung von Sing.

Daß es Chow am Rande des Absurden gelingt, stärkere emotionale Momente ohne viele Worte zu schaffen, hebt den Film über reines Fun-Kino hinaus, selbst wenn die Phasen der Ruhe durch Selbstpersiflage wieder aufgelöst werden. So treibt der Film nicht in allzu kitschige Gewässer, wirkt aber auch an diesen Stellen etwas unentschlossen - die wenigen Einschübe hätte man durchaus gänzlich unkommentiert stehen lassen können.

Etwas überrascht war ich bei der FSK-Freigabe (ab 12). Bei dem Film geht es selten zimperlich zu und obwohl es viel comichafte Gewalt gibt, zeigt schon der Anfang, daß es nicht ganz sanft und so politisch korrekt wie im amerikanischen Kino sein wird. Chow ist hier entweder erschreckend realistisch oder eben sehr plakativ, wenn er keine Rücksicht darauf nimmt, wen seine Bösewichter gerade erledigen. Hier kann es jeden treffen und manchmal ganz schön hart. Diesen Zug fand ich überraschend und natürlich viel spannender als bei ähnlichen Filmen.

Hat vor kurzem noch “Ong-Bak” damit geworben, keine Tricks, Seile und Computereffekte in den Kämpfen zu zeigen, geht diese Produktion genau den anderen Weg. Zwar finden sich auch traditionelle Kampfszenen wieder, doch gerade gegen Ende gibt es einen wahren CGI-Overkill. Das berühmte Chi einiger Kämpfer manifestiert sich zeitweise als fliegende Faust, Schwerter, wütende Computerkämpfer oder als gigantische Druckwelle und die beiden Endgegner springen und stürzen sich von riesigen Höhen.
Ganz ehrlich ist mir die handgemachte Action willkommener, vor allem weil sie glaubwürdiger ist, als das ganze moderne Computergetrickse. In den Klassikern des Genres wurde zwar auch oft geflogen und die Erdanziehung außer Kraft gesetzt, aber das Wirework wirkte einfach realistischer und greifbarer, eben wirklich phantastisch, während wir seit “Matrix: Reloaded” auf einer rein virtuellen Ebene angekommen sind.

Bei “Kung Fu Hustle” heißt es zurücklehnen, lachen und staunen. Wer das gerade nicht will, ist im falschen Film, ebenso jeder der sich nach ausgefeilter Story sehnt und philosophische Dialoge als ein Muß betrachtet. Eine gewisse infantile Ader muß man bei diesem knallbunten Comicmovie schon mitbringen, da sonst der Humor und auch der Reiz der Massenkämpfe verpufft.

Wären nun noch die Kämpfe weniger CGI-lastig, könnte sich jeder Genreliebhaber getrost zurücklehnen.

 

 

 

 

Fazit

Spaßkino und Unterhaltungsgarant für Martial-Arts-Fans.

 

 

 

 

 

 

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