GHOSTS OF MARS

Ghosts Of Mars (Ghosts of Mars)
USA 2001

R
egie /Musik: John Carpenter;
Drehbuch: John Carpenter, Larry Sulkis;
Kamera: Gary Kibbee
D: Natasha Henstridge (Melanie Ballad), Ice Cube (James Williams),
Pam Grier (Helena Braddock), Jason Statham (Jericho Butler)

94 Minuten Farbe

 

 

Das Jahr 2176. Die menschliche Kolonie auf dem Mars fördert in Bergwerken wichtige Ressourcen. Bei einem Gefangentransport finden die Polizisten um Melanie Ballard eine Geisterstadt vor, deren einzige sichtbare Einwohner zerstückelt sind. Außer dem wegen Mordes angeklagten James Williams finden sie noch ein paar Überlebende. Eine seltsame Macht, die Ureinwohner des Mars wurden freigesetzt, so stellt sich heraus, und wollen die Menschheit vertreiben. Diese geisterhaften Wesen besetzen den menschlichen Körper und benutzen ihn zum Kampf. Als Geistwesen sind sie aber schwer zu besiegen, und so haben die Helden viel Arbeit.

John Carpenters Filme sind meist düster, actionreich und aus dem Science-Fiction- oder Fantasy-Bereich. Sein dichter Erzählstil, gepaart mit spannenden Szenen oder gut platzierten Schauwerten, rettete schon manches Script vor dem Desaster. Bei “Ghosts of Mars” kam aber jede Hilfe zu spät.

Die Geschichte wird anhand von Rückblenden der Überlebenden Heldin erzählt. Diese Rückblendenstruktur ist bei einem so simplen Actionfilm nicht nur unnötig, sondern wirkt auch zerstörend. Jeglicher Handlungsfluss wird immer wieder unterbrochen, um die Heldin unnötigerweise in der Gegenwart zu zeigen. Die Ausgangssituation - sie als Überlebende - erschwert zudem die Spannung der Erzählung, da man das Ende kennt - das Unterbrechen macht sie unmöglich.
Verschärfend kommt hinzu, daß es im Rückblick wieder Rückblicke gibt und so ein heilloses Durcheinander entsteht - wenigstens was das Einfühlungsvermögen des Zuschauers betrifft.

Natasha Henstridge gibt auch eine stoische, kalte und blutleere Heldin, bei der das Fehlen jeglicher Persönlichkeit und persönlicher Geschichte die Spannung untergräbt. Die restlichen Charaktere sind ebenso platt und meist nur Kanonenfutter, da bis auf Ice Cube alle draufgehen. Hier hat man wenig entwickelt, wenig Beziehung geschaffen und wenig interessante Figuren.

Die Situation selbst ist aufgrund der Struktur schlecht eingeführt, ein beklemmendes Gefühl will trotz BANG!-Szenen nicht aufkommen. Dafür wurde auf der Spannungsebene zu wenig gearbeitet, zu wenig platziert. Die Auflösung findet somit auch schnell statt - zombiegleiche Kreaturen treten gegen die Helden an und so wird alles von der Action abgelöst.


 

Viel erfährt man auch nicht über die Marsgeister, nur das sie Böse sind. Anscheinend muß das reichen, aber was uns als Action vorgesetzt wird, ist ebenso unspannend wie der Rest des Films. Fürchtet man schon wenig um die Helden, weiß man zusätzlich, daß die meisten sterben werden und zählt deswegen nur noch die 10 kleinen Marsbewohnerlein. Die Action ist mau, hat kaum Schauwerte und wirkt wie aus der Distanz. Sie ist ganz einfach unspektakulär und wenig spannend.

Sinnlose Überblenden bei allen Arten von Szenen werden zwar als Stilmittel durch den Film durchgezogen, wirken aber nicht nur sinnlos, sondern störend, da sie einen wieder aus der Handlung reißen.

Dass die Story nicht vorhanden ist, ist klar - leider hebt auch sonst nichts diesen Nachteil auf. Es gibt keine spannenden Szenen, keine großen Konflikte, keine geheimnisvollen Ereignisse - nichts. Gepaart mit dem undynamischen Setting - es gibt eigentlich nur die Siedlung, die Polizeistation und den Zug - sind somit auch die Schauwerte des Films gering. Man merkt ihm die eher billige Produktionsweise an, doch von Carpenter ist man mehr gewohnt, hat er ja auch so angefangen und müßte eigentlich wissen, wie man mit so etwas fertig wird und welche Chancen es bietet (“Assault”, sein Debütfilm hat ein ähnliches Grundsetting - eine Polizeistation wird belagert).Leider sind zusätzlich auch viele Handlungsschritte unverständlich, gerade was die Reaktionen der Charaktere angeht (aufgesetzte Liebesszenen) und Carpenter speißt uns mit einem Schluß ab, der noch hinter dem typischen ´The Evil Returns´-Schluß steht. Zudem liefert Henstridge dort so eine katastrophale Leistung (obwohl die Szene kurz ist), daß man das erste mal wirklich zittern muß.

Für Genrefans und B-Action-Liebhaber geht der Film als Pausenfüller durch - allen anderen sei abgeraten.

 

 

Fazit

Gähnende Leere im Dekor, Story und bei der Action. Fehlschlag.

 

 

 

 

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