DARK SHADOWS

Dark Shadows
(Dark Shadows)
USA 2012

Regie: Tim Burton
Musik: Danny Elfmann
Darsteller: Johnny Depp (Barnabas Collins), Michelle Pfeiffer (Elisabeth Stoddard), Helena Bonham Carter (Dr. Julia Hoffman),  Eva Green (Angelique Bouchard), Christopher Lee (Silas Clarney), Alice Cooper (Alice Cooper)
Länge: 113 Minuten, Farbe

 

© Photos by Warner Brothers

Die erste daily-Gothic-Soap aus den 60er stand Pate bei diesem neuen Vampirfilm. Mit Tim Burton springt da zudem jemand auf den Zug der derzeitigen Vampirfilme auf, der sich eher weniger dem starken Mainstream verpflichtet hat. Das Ganze ist dann auch vielmehr eine dunkle Komödie anstelle eines weiteren Vertreters lieblicher Teenie-Vampire.

Das Vorbild wird hierzulande kaum einer kennen, aber mit 1.225 Folgen und 5 Jahren Sendezeit hat es zumindest in den USA seine Spuren hinterlassen.

Barnabas Collins wird im 18. Jahrhundert von der Hexe Angelique in einen Vampir verwandelt, nachdem sie seine große Liebe Josette in den Tod getrieben hat. Antriebsfeder ist dabei verschmähte Liebe – und so erreicht sie es, dass Barnaby zudem lebendig begraben wird.
1972 erwacht er wieder durch einen Zufall und nimmt sich des verwahrlosten Familienanwesens und seiner Nachkommen an - nicht ohne wieder auf die Hexe und die Reinkarnation seiner Liebe zu stoßen.

Johnny Depp geistert als konservativer, etwas verwirrter Vampir durch die Neuzeit.
Daraus entstehen die typischen alt-trifft-neu-Gags und einige Szenen dezenter politischer Unkorrektheit. Um nicht in kitschiger Komödie zu versinken, wird nie ein Hehl daraus gemacht, dass er nicht wenige mehr oder minder unbeteiligte Personen auf dem Gewissen hat, um an Blut zu kommen. Zusammen mit der typischen düsteren Kameraarbeit bei Burtons Filmen verhindert das jedes Abdriften in allzu süßliche Vampirromantik.

Das ist auch gut so, denn ansonst hat der Film leider nicht besonders viel zu bieten.

 

Es gibt ein paar schöne Dekors im Gothic-Stil, einen sehr klassischen Vampir und andere passende dunkle Gestalten (Werwolf, Hexe) und dazu eine relativ zügige Erzählweise. Das war´s dann aber auf der Habenseite, denn wirklich viel passiert nicht gerade. Gut, bei einem Unterhaltungsfilm erwartet niemand mehr als genau dieses, dennoch wären in dem Fall dann mehr Gags oder Twists angebracht.
Richtig witzig wird es nirgends, manchmal mag man Grinsen – und manches, wie die feurige Liebesszene zwischen Barnaby und der Hexe ist eher irgendwie unfreiwillig als gewollt komisch, obwohl diese Szene so angelegt ist.

Aber verdammt noch mal, wo bitte sind die eindrucksvollen Szenen, die das Budget von 150 Millionen irgendwo zum Vorschein bringen? Denn danach sieht der Film nun wirklich nicht aus. Eher wie eine kleine freundliche Nebenproduktion eines A-Labels. Nicht dass der Film in seiner Machart schlecht ist oder gar billig aussieht – aber eine Felsenklippe, eine Empfangshalle und eine Explosion sind nicht gerade viel!

Gut – den Budgetwahnsinn der amerikanischen Filmindustrie muss man nicht verstehen. Trotzdem bleibt ein fahler Nachgeschmack, denn obwohl das als Zeitvertreib sicher in Ordnung geht, bleibt keine Szene wirklich hängen, ist keine Figur wirklich tief und ob man den Film noch einmal sehen möchte, bleibt sehr fraglich.

Gemessen an den Erwartungen an Filmemacher und Darstellerriege ist das Ergebnis also irgendwie – man möchte es kaum sagen, aber so ist es nun mal – enttäuschend.
 

 

Fazit

Nett - aber irgendwie belanglos.

 

 

 

 

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