BLADE II

Blade 2
(Blade 2: Bloodhount)
USA 2002

Regie: Guillermo del Toro;
Buch: David S. Goyer;
Kamera: Gabriel Beristain;
Production Designer: Carol Spier
Darsteller: Wesley Snipes (Blade), Kris Kristofferson (Whistler), Ron Perlman (Dieter Reinhardt), Thomas Kretschmann (Damaskinos), Leonor Varrella (Nyssa)
Länge: 117 Minuten, Farbe

 

© Photos by
New Line Cinema

Bloody Vampires versus cruel Zombies - das könnte der Untertitel der Fortsetzung von “Blade” sein.
Eine neue Rasse ist aufgetaucht - die Reaper - eine Mutation von Vampirgenen, ein Virus, der sich verbreitet hat und nun in Nomak, dem Urträger, seine Inkarnation findet.
Die Reaper wollen Blut, Blut und nichts anderes als Blut. Sie haben es auf Menschen genauso wie Vampire abgesehen, die sie als ihre Todfeinde betrachten. Und das Schlimme daran ist, daß sie sich Zombie-like vermehren - also die Opfer infiziert und diese selbst zu Reapern werden. Die Vampire unter der Leitung des reinrassigen Damaskinos bitten nun Blade um seine Mithilfe bei der Jagd auf die alles bedrohende Spezies. Der befreit zu Anfang noch seinen Freund Whistler (der anscheinend überlebt hat), dann schließt er sich mißtrauisch der Eliteeinheit der Vampire an, dem Bloodpack.


Vier Jahre später machen sich das selbe Team und ein anderer Regisseur auf, um “Blade” fortzusetzen. Herausgekommen ist eine Comic-Verfilmung als Actionfeuerwerk, aufgepeppt mit der neusten Tricktechnik (da hat man eindeutig mehr als in den durchwachsen getricksten ersten Teil gesteckt) und allen bekannten Zutaten aus Teil eins.
Es gibt wieder einen Superbösewicht und sein Ziel, die Welt zu beherrschen, die Tatsache, daß er den Daywalker dafür braucht, Technobeats und harte Gewalt, Blades reanimierten Kumpel Whistler und das selbe Ende - Blade wird gefangen genommen, verliert Blut, wird befreit von jemand, der auch gefangen genommen wurde, und muß dann, gegen seine Prinzipien, Blut aufnehmen, um wieder zu neuer Stärke zu kommen. Natürlich gibt es ebenfalls eine zarte Love-Story, diesmal zwischen einer Vampirfrau, also einem Feind, und Blade. Dabei tut es gut, daß diese Storyline viel auf Andeutungen und weniger auf Handlungen basiert, da dies den Charakter des Films bzw. der Figuren immens schwächen würde.

Der Film selbst wurde auf die Action hin konzipiert und auf die Coolness der Bauten und Kostüme. Die Story ist, wie erwartet, dünn und der Film quasi eine einzige Hetzjagd.
Er liefert auch nichts neues im Vampirmilieu und die Wendung, zwei Feinde schließen sich zusammen, um einen noch größeren zu vernichten, ist wohl schon altbekannt und ein typischer Fortsetzungsplot (“X-Men 2” etc.).

“Blade 2” spielt in Osteuropa und verändert somit den kalten urbanen Look des ersten Teils zu einem leicht sepia-getönten Aussehen und dem Einzug alter Bauelemente (Festung), um Damaskinos Werdegang auszudrücken.
Auch der Obervampir wurde verändert. Anstelle eines Geschäftsmannes haben wir hier einen “Nosferatu”-ähnlichen Greis, der die Kostümkammer von “Bram Stokers Dracula” geplündert hat.
Das alles passt aber trotzdem gut zusammen und kommt der gothic-horror Vorstellung um einiges näher. Insgesamt wirkt der Film auch düsterer, da man sich fast gänzlich auf Nachtsets beschränkt hat, was dem Vampirmilieu mehr entspricht, und auf lächerliche Spielereien wie Sonnenblocker, verzichtet hat.

Ganz nicht-lächerlich geht es aber auch hier nicht zu. Ähnlich wie in “Episode II” und “Spiderman” sieht man wieder Darsteller als CGI-Charaktere herumturnen und kämpfen. Ich bin wahrlich kein Gegner von Computereffekten, aber man sollte deren

Realitätsgehalt und Aussehen abschätzen, bevor man sie einsetzt. So sehen Blade und Kumpanen aus wie die froschaft hüpfende Yodaaufziehpuppe, die uns die neueste “Krieg der Sterne” Episode bescherte. Aber für Blade, einen ultrabrutalen Vampirkiller, wird dies zum Killer, da die echsenhaften Bewegungen der CGI-Kreaturen für Aliens akzeptabel sind, aber so nur lächerlich wirken.
So bildet eher die Verfolgung der Reaper in den Abwasserschächten den spannendsten Teil des Films, da hier nur die Grundwerte zählen - allein, dunkel, Gegnermassen, Infektion und kaum Mittel sie zu besiegen.

Gewaltmäßig liegt der Film ähnlich wie der erste Teil und ist so zu recht nur ab 18 freigegeben, wobei hier aber mehr Splattereffekte zu sehen sind; also nicht unbedingt jedermanns Fall.

Einen Schwachpunkt möchte ich noch anfügen - und das ist die bisweilen übertriebene Comicartigkeit des Film. Lighthammer mit seinem riesigen stachelbewehrten Kampfhammer passt eher in einen Barbaren- und die Ninjaschutzanzüge der Elitevampire in einen Hongkong-Film. Solche Übertreibungen mindern die Glaubwürdigkeit und die düsteren Elemente der Vampirgeschichte ab.

“Blade 2” ist ein Stück Popcornkino, ein Actionvehikel, ein reiner Unterhaltungsfilm, angereichert mit dem düsteren Vampirmilieu und schnellen und effektvollen Kämpfen. Für Genrefreunde also auf jeden Fall sehenswert.

Die DVD enthält eine hervorragende Dokumentation zu verschiedenen Schwerpunkten des Filmemachens und gehört meiner Meinung nach zu den besten “Making Ofs”, die ich gesehen habe. Es ist eines der wenigen Male, wo man wirklich hinter die Kamera blicken darf und auch die Leute bei der Arbeit sieht, Regieanweisungen hört und somit erahnen kann, wie es auf einem Hollywoodset zugeht. Dazu gibt es Infos rund um die Entwicklung, Kulissen, Effekte, Kämpfe usw., allesamt ehrlich und ohne die typischen Promofloskeln vorgetragen. Außerdem erkennt man, daß fast der ganze Film nur mit Steadycam gedreht wurde!
 

 

Fazit

Actionkracher mit coolem Helden.
Etwas zu comichaft.

 

 

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