ASOKA

Asoka – Der Weg des Kriegers
(Asoka)
Indien 2001


Regie: Santosh Sivan
Buch: Saket Chaudhary, Santosh Sivan
Darsteller: Shahrukh Khan (Asoka), Kareena Kapoor (Kaurwaki), Danny Denzongpa, Rahul Dev, Hrishitaa Bhatt, Suraj Balaje
Länge: 169 Minuten Farbe

 

© Photos by Rapid Eye Movies

Der legendäre indische Herrscher Asoka ist das Thema dieses  Bollywood-Films. Shah Rukh Khan und Kareena Kapoor, zwei bekannte Gesichter des indischen Kinos, spielen die Hauptrollen – was kann da schon schief gehen?
Ganz ehrlich? So ziemlich alles!


Trotz seiner nicht gerade kurzen Länge von  169 Minuten braucht der Film Schrifttafeln und ergeht sich in abrupten Zeitsprüngen, die ganze Handlungssegmente ins Gegenteil verkehren. Vielleicht hätte man hier einfach mal einen Teil der Zeit für den Inhalt investieren sollen, denn trotz wirklich einfachster Handlung, weiss man selten an welchem Punkt die Geschichte eigentlich ist.

Erzählt wird grundsätzlich Asokas Kampf um die Macht und seine Eroberungszüge, was in einer finalen Katharsis endet.  Der Schwerpunkt liegt aber Bollywood-typisch auf der Liebesgeschichte  - hier zwischen ihm und seiner verloren geglaubten Prinzessin.

 

Ebenso typisch wurde hier bunt und farbenfroh fotographiert und viel Wert auf optisch schöne Bilder gelegt. Selbstverständlich trieft es dabei aus allen Ecken und Enden geradezu vor Kitsch, dass es eine wahre Freude ist.
Fans der Filme wird das weder wundern noch abschrecken, denn das ist schließlich Programm. Dass das natürlich nicht wirklich alles zusammen passt stößt da schon eher auf. Dunkles Kajal-Augen-Make-Up bei einem blutigen Kriegerkönig? Selbst ohne das blutige und Kriegerkönig wirkt das ziemlich, sagen wir, weichlich für einen Mann - die Geschichte unterstützt das auf jeden Fall nicht!

Die Höhepunkte des Films sind ganz klar die obligatorischen Tanzszenen, die auch bei einem historischen Drama natürlich nicht fehlen dürfen. Dass einige davon äußerst sinnfrei in den Film integriert sind, versteht sich fast von selbst. In Anbetracht der Länge ist es hier eben die Ignoranz eine nachvollziehbare Handlung zu erzählen, die einen am meisten stört, wenn dann wieder mal 6 Minuten getanzt wird in einem Film, der sich nicht die Mühe macht, wirklich Charaktere und Inhalte zu beleuchten, selbst wenn diese noch so einfach sind. Vielleicht denke ich hier auch zu westlich, aber ein Mitfühlen mit den Figuren ist hier kaum möglich. Überlagert von der Liebesstory ist hier Platz für wenig anderes. Asokas Wandlungen sind so nur mit viel Wohlwollen oder nachvollziehbar, denn erklärt werden sie nie.

Besonders schlecht punktet der Film bei der Action, bei der er bekannte Vorbilder imitieren möchte, aber die mit einer Mischung aus lächerlich und gänzlich unspektakulär herbei kommt. Den Rest tut ein Schnitt, der seinem Namen alle Ehre macht und tatsächlich alles wahllos und geradezu amateurhaft zusammenschnippelt.
Die Einzelkämpfe gehören zu dem schlimmsten, was der Markt zu bieten hat und eher in die Kategorie ´getanzte Kämpfe´ als ernst zunehmende Action. Das kann man zwar machen, passt aber nicht zum Gesamtprodukt und dem, was die Macher anstreben, damit der Kriegerfürst sich zu einem geläuterten Herrscher wandelt.

Am Ende gibt´s noch eine Extradosis Pathetik, wenn in der Schlußschlacht nach dem Tod eines kleinen Jungen die Pazifismusglocken auf dem Schlachtfeld klingen.

“Asoka“ ist eine der teureren indischen Filme, wird aber aufgrund der etwas härteren Gangart durch die Schlachten und Kämpfen das typische Bollywood-Publikum eventuell nicht in allen Punkten erreichen. Wer aber hingegen ernstzunehmende exotische historische Filme mit Schlachten und Kämpfen sucht (á la “Bang Rajan”), der wird hier ebenfalls nicht fündig.

Bollywood-Kino ist sicher ein Fall für sich und wer kein Fan ist, der wird es durch diesen Film sicherlich auch nicht werden. Kein Film für den Bollywood-Anfänger also, sondern definitiv nur für den Fan. Die anderen sollten sich wo anders umschauen.

 

Fazit

Eine totale Fehlzündung!

 

 

 

 

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