Hot Fuzz

Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis (Hot Fuzz)
UK 2007

Regie: Edgar Wright; Buch: Edgar Wright, Simon Pegg; Kamera: Jess Hall; Musik: David Arnold; Schnitt: Chris Dickens
Darsteller: Simon Pegg (Nicholas Angel), Nick Frost (Danny Butterman), Timothy Dalton (Simon Skinner), Jim Broadbent (Frank Butterman)
Länge: 121 Minuten, Farbe

Wer zuerst einmal den deutschen Titel ”Zwei abgewichste Profis” liest, der erwartet wenig und vor allem nicht den Film, den er dann bekommt. Der Titelzusatz schreckt eher ab, als daß man den Film sehen möchte – das klingt eher billig und flach und wer kriegt schon seine Freundin mit in einen Film mit diesem Titel? Die muss doch glatt meinen, man hätte das nächste Pornokino auserkoren.

Wie schon in “Shaun of the Dead” nimmt sich das Team um Pegg, Frost & Wright ein bekanntes Filmgenre vor und parodiert dies, weniger im Stil aktueller Spoof-Filme, sondern als klassische Genrekomödie.
Superbulle Nicholas Angel wird befördert, muss dafür aber in dem idyllischen Örtchen Sandford Dienst tun. Doch auch hier schlägt das Verbrechen zu: entlaufene Schwäne und geklaute Schokoriegel sind erst der Anfang, denn auf einmal häufen sich blutige Unfälle, die aber keine sind – nur daß keiner Angel glauben will.

”Hot Fuzz” persifliert amerikanische Cop- und Buddy-Filme, ebenso wie die Slasher-Welle und zitiert hier reichlich aus bekannten Streifen. Man kopiert z.B. die übertriebene Schnitttechnik vieler moderner Actionfilme, deren tw. unsinnige Detailaufnahmen und ständigen Knalleffekte, auch  in harmlosen Szenen. Das ist gut gemacht, aber der Film wird dadurch auch unnötig hektisch und in ihrer Häufung sind diese Szenen genauso wenig witzig wie bei den Vorbildern.

Und das ist auch der Knackpunkt. Es fehlt dem Film deutlich an ansehnlichen Lachern. Wer den Trailer kennt, der hat die besten Gags schon gesehen, nur daß viele dort besser zünden – und auf die Handvoll weiterer kleiner und nur netter Gags kann man, wenn man ehrlich ist, im Zweifelsfalle auch verzichten.
Die Komödie selbst ist nicht wirklich schlecht, doch 121 Minuten sind eindeutig zu viel. Es scheint, man versucht auch bei der Länge der zu persiflierenden amerikanischen Vorbilder zu imitieren. Nur leider gibt es sehr viele Längen mit einer langen Gagflaute, so daß der Film sichtbar davon lebt, daß er ausser der netten aber nicht besonders originellen Ausgangssituation das Ganze in ein durchaus ansehnliches und witziges Finale im Stile eines Western enden läßt.

Es scheint, als hätten sich die Macher gerade darauf gefreut.
Das ist nicht verwunderlich, denn der Teil des Filmes macht durchaus Spaß, wenngleich auch hier wieder mal zur genüge der erwähnte Montagestil stylisher Actionfilme angewandt wird, obwohl der Gag schon längst verbraucht ist.

Dazwischen lassen sich Frost,Wright und Pegg aber reichlich wenig einfallen. Zudem bietet Hauptdarsteller Pegg zwar eine passable Schauspielleistung – aber den echten harten Cop nimmt man ihm nie ab. In jeder Szene zielt er immer eine Nuance zu viel in Richtung Parodie.  Eine verschenkte Chance, denn hätte er den Cop einfach realistischer und glaubhafter dargestellt, dann wäre der Film sicher hier und da um ein paar (kleine) Elemente reicher und überraschender geworden. Genaugenommen kann man den Machern das aber auch nicht wirklich vorwerfen, sind doch Genre-Komödien-Vorbilder genauso gestrickt.

”Hot Fuzz” ist eine passable Komödie mit einem netten Shootout am Ende, die aber aufgrund ihrer zahlreichen Längen nie wirklich zu überzeugen weiss. Sicher ist man hier besser aufgehoben als bei vielen naiven Fäkalkomödien und langweiligen Genreparodien amerikanischer Machart, aber durchgehend zu überzeugen mag der Film nicht. Nach dem gelungenen Trailer eine kleine Enttäuschung.