Gods of Egypt

Gods of Egypt (Gods of Egypt)
USA/AUSTR 2016
Regie: Alex Proyas
Länge:
128 Minuten

Ach herrje, es liest sich so herrlich trashig: alte ägyptische Götter, die mit viel Brimborium in einem modernen Unterhaltungsfilm wiedererweckt werden. Dazu spielt die Geschichte nicht heute, sondern im alten Ägypten – somit sind Fantasy, Monster, Götter in Tierform, Pyramiden, Intrigen und mächtige Magie vorprogrammiert! Könnte man meinen…

140 Millionen hat man im Topf gehabt und ich habe das leise Gefühl, dass das einfach zu viel war für alle. Anstelle sich echter Bauten zu bedienen, die Größe und vor allem Glaubhaftigkeit bringen könnten, gibt es gleich zu anfangs den ausgelutschten Flug über eine ägyptische Großstadt und wenn der technisch gerade noch so geht, so zeigt die darauf folgende Szene im Palast der Stadt, dass die Greenscreen Dauergast war – und dass man technisch nicht in der Lage war, dass so umzusetzen, dass das niemand bemerkt. Dann lieber weniger Menschenmengen und lieber eine echte Szene, als totale Computerspieloptik, würde ich sagen, denn das bleibt den ganzen Film über so. Bei der folgenden Streitwagenjagd ist das einfach lächerlich und komplett unspannend, aber am schlimmsten trifft es die tierischen Götter, deren gegenseitiges (seltenes) Geprügele ich so auch mit meiner Konsole erleben kann – Schauwert ist damit gleich null.


Nunja, meine Abneigung gegenüber schlechten Computereffekten und seelenlosen Greenscreenmassakern mal bei Seite gelassen, bleibt ein Film, der eine abstruse Geschichte erzählt und die alten Mythologien gleich einmal in den ersten fünf Minuten ignoriert. Da die “neue“ Mythologie aber der Fantasie eines 12-jährigen ohne Ägyptenkenntnissen entspringt, stellt sich die Frage, warum man sich nicht der überlieferten Konstellationen bedient hat. Eine neue Geschichte kann man ja trotzdem erzählen, aber die alten Mythen eben als Hintergrund nutzen. Die Antwort mag im Nebel der Drehbuchumschreibungen verbleiben, genauso wie die schrecklich einfältige Angewohnheit permanent einen Deus Ex Machina-Effekt hervorspringen zu lassen. Mag das noch angehen im Finale, so ist die zahlreiche Wiederholung dessen sicher kein Garant für gutes Scriptwriting.

Fantasy, Action, ägyptische Tiergötter, Unterhaltung – wer das erwartet, der sollte zu einem anderen Film greifen. “Gods Of Egypt“ hält leider nur, was es in den ersten 5 Minuten verspricht – nämlich ein lahmer Aufguss zu sein, gegen den selbst der günstige Conan-“Nachfolger“ “Kull“ ein Feuerwerk der guten Laune ist.