Ein grauenhafter Tag liegt hinter uns

Ein grauenhafter Tag liegt hinter uns
BRD 2010

Regie: Dirk Weiler; Produktion: brand-X films
Kamera: Dirk Weiler; 2. Kamera & Assistenz: Urszula Stypulkowska, Sven Weiler
Musik: Dirk Weiler & Klaus Weiler; Redaktion: Jutta Weiler
Produktionsmanager: Enzo Miucci
Darsteller: Thomas Adam, Hubert Bläsi, Kurt Lupp, Siegfried Schlegel
Länge: ca. 55 Minuten, Farbe
DVD: Erhältlich hier inkl. zusätzlicher Experteninterviews und Zeitzeugenberichten (11 Minuten Bonusmaterial)

Ein schwerer Tag für eine kleine Stadt. Ein schweres Thema, aber ein wichtiges, vor allem in einer Zeit, in denen echte Zeitzeugen dazu seltener geworden sind, in der viele nur noch Bilder kennen und nicht selbst nachempfinden können, was das größte Geschenk ist, das sie bekommen haben – in Frieden zu leben. “Der Film zeigt zwar die Zerstörung Bruchsals”, so Regisseur Weiler, “aber in gewisser Weise steht die Stadt auch exemplarisch für die eigentlichen Opfer eines Krieges – die Zivilbevölkerung.”

Emotionale Momente wechseln sich mit strikter Sachlichkeit ab, historische Korrektheit mit menschlicher Betroffenheit. Die Dokumentation zeigt auch was vor dem großen Angriff geschah und enthält sich jedes erklärenden Kommentars. Die Doku ist direkt sein, will nicht noch einmal durch einen Vermittler eine Distanz schaffen, sich selbst tragen und nicht interpretieren. Die Zuschauer hören den Erzählungen zu, Experten ordnen die Geschehnisse ein. Erhaltenes Filmmaterial sowie Fotos wurden in den Film eingebaut, ebenso in einem echten Bombenkeller aus dem 2. Weltkrieg gedreht. Auf die oft gesehenen Spielszenen, die eine Situation nachstellen, wurde aber gänzlich verzichtet. “Das vernichtet oft die Glaubwürdigkeit”, so Weiler, “entweder drehe ich einen Dokumentar- oder einen Spielfilm. Das Mittelding dazu verwässert nur beides.”

Ebenso fließen unerwartete Szenen mit in den Film ein. So verlesen am Ende Schülerinnen eines örtlichen Gymnasiums Aufsätze von Schulkindern, die den damals erlebten Angriff kurz danach niedergeschrieben hatten. Und die unterschwellige Musik spielt auch eine grosse Rolle. “Dass ist auch ein Grund, warum ich sie selbst geschrieben habe“, so der Regisseur. „Sie musste die permanente Bedrohung ausdrücken und selbst beklemmend wirken. Die dabei eingesetzten Tremolo-Kontrabässe sind hier z.B. das musikalische Bild der anfliegenden Bomber, ein verstimmtes Klavier entspricht einer kaputten Spieldose eines Kindes.”

 

 

Die Dreharbeiten

Das Projekt begann mit langer fachlicher Recherche, die in der Entscheidung mündete nur mit Experteninterviews und Zeitzeugen zu arbeiten. Danach wurden diese Zeitzeugen gesucht und altes Filmmaterial und Fotos gesichtet. Zusätzlichen Drehs in einem noch erhaltenen Bombenkeller und der Ausstellung im Schloss Bruchsal beschlossen die Dreharbeiten.

Vielerorts fehlt eine Bescheidenheit, ein Verständnis dafür, dass wir das erste Mal in der Geschichte in dem Luxus einer noch nie gekannten Friedensperiode leben. Ich finde dass wir dafür dankbar sein sollten.

Das Schwierigste war am Ende der Schnitt, da der Zuschauer ohne erklärenden Kommentar durch den Film geführt werden sollte. Natürlich war das beim Führen der Interviews schon konzeptionell eingeflossen, dennoch muss der Film einen eigenen Rythmus finden und ebenfalls die historischen Fakten vermitteln. Das zu finden war die eigentliche Aufgabe während der Postproduktion.

Die Produktion

Das Projekt ist ein Herzensprojekt von uns und somit wurde der Film in eigenem Auftrag in Kooperation mit der Stadt Bruchsal erstellt, die uns hilfreich in vielem unterstützt hat.

Ausstrahlungen

01.03.2010  Cineplexx Bruchsal

Mai 2010  Cineplexx Bruchsal inklusive mehrtätgigen Schulvorstellung

01.12.2011 Filmschau Baden-Württemberg, Metropol Kino Stuttgart

01.03.2015 Cineplexx Buchsal