Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers

Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers (The Mummy: Tomb Of The Dragon Emporer)
USA 2008

Regie: Rob Cohen; Buch: Alfred Gough, Miles Millar; Kamera: Simon Duggan; Schnitt: Joel Negron, Kelly Matsumoto; Musik: Randy Edelman, John Debney
Darsteller:
Jet Li (Kaiser Han), Brendan Fraser (Richard O´Connell), Michelle Yeoh (Zi Yuan), Maria Bello (Evelyn Carnaham-O´Connell)
Länge:
112 Minuten

Der dritte Teil des neu aufgelegten und dann in Serie gegangenen Mumien-Abenteuers (das Original stammt aus dem Jahre 1932) wartet wieder mit Kreaturen, Cliffhangern, einer bösen Mumie und allerlei Fantasy-Brimborium auf. Diesmal ist es der böse Drachenkaiser aus China, der einst seine Weltherrschaftsfantasien nicht verwirklichen konnte. Zum Glück gibt es da einen treudoofen General, der Chinas einstiger Macht hinterher trauert und so das Böse wieder noch hunderten von Jahren herauf beschwört. Allein die Quelle des Lebens in Shrangi-La muss noch gefunden werden, damit der reanimierte Kaiser unsterblich wird – doch zum Glück gibt es noch die gute Seite der Macht, die das ganze zu verhindern gedenkt.

Was sich schon auf dem Papier nach keinem besonders neuen, aber vielleicht zweckdienlichen Plot für eine Fantasy-Blockbuster-Achterbahnfahrt anhört, entpuppt sich schnell als billiges Indiana Jones- und Eigenplagiat ohne wirkliche Nähr- und Sehwerte.

Wie auch im vierten Teil der Indy-Saga mischt der Sprössling der Familie nun aktiv als Archäologe und hier auch als Love-Interest mit. Natürlich mit passender Gespielin, denn der Ninja, der das Grab des Kaisers mit allen Mitteln  verteidigt, entpuppt sich, welch nie gesehenes Wunder, als gut und zudem als hübsches Mädchen. Ersteres hatten wir schon im ersten Teil, letzteres passiert immer, wenn jemand mi Gesichtsmaskierung gegen den Helden kämpft.

Na gut, das wäre nicht weiter schlimm, wenn nicht kurz darauf eine Szene wie in der Obi-Wan Bar aus Indy 2 folgen würde und die Bösewichte nicht ganz so klischeehafte grimmige Narbengesichter wären. Doch, was hat man nicht Nachsicht mit einem Popcornfilm? Doch leider wird diese nicht belohnt!

 

Jet Li, Kung-Fu Experte erster Güte, gibt den bösen Kaiser, doch zumeist ist das eine leblose CGI-Figur, die Feuer spucken kann. Schlimm? Nein, denn man hat ja noch nicht die Szene gesehen, in denen das hübsche Mädchen Yetis aus dem Gebirge um Hilfe anruft – natürlich in deren Sprache! Diese CGI-Tapser sehen dann auch genau so aus wie direkt aus dem Computer entflohen und erinnern mehr an PC-Spiele á la Diablo, als an Filme. Wenn schon CGI, dann bitte gute Effekte – für 150 Mio. Dollar kann das doch nicht so schwer sein?

Aber gut – wer´s bis dahin geschafft hat, der hält alles aus – oder doch nicht, wenn man den weiteren Verlauf bedenkt.
Der böse Kaiser freut sich an einer Stelle so, seinen Superkristall gefunden zu haben, daß zwei weitere Köpfe aus ihm  heraus ploppen und er sich dann in einen dreiköpfigen Drachen wie King Gidorah aus den alten Godzilla-Filmen verwandelt.

Spätestens hier ist Schluß mit lustig und auch leidenswillige CGI-Fanatiker, Drachenfans, Allesseher und Big-Brother-Geschädigte schütteln irre grinsend den Kopf, wenn sie überhaupt noch zu einer Reaktion fähig sind und nicht komatoös unter dem Sessel gekippt sind, wirre Phrasen von mächtigen Kristallen und unglaublichen Prophezeiungen in fremden Sprachen brabbelnd.

Allen anderen sei gesagt, dass Jet Li auch den Rest des Filmes kaum kämpfen wird und sich netterweise noch zwei weitere Male verwandelt, damit auch der letzte Idiot kapiert hat, dass er furchtbar mächtig ist – und der König des Trashes, denn einmal transmutiert er sich in ein Ding, das ich als übergroßen Schmunzelhasen bezeichnen würde und dann transformt er sich anscheinend in dessen debilen Bruder.

Der dritte Teil des Filmserie ist mit Abstand auch der schlechteste. Grottig in allen Belangen kämpft er sich gerade so mit ach und krach über die Runden und lässt den Zuschauer, der nicht zuvor den Kinosaal verlassen oder die Vorspultaste gedrückt hat nachdenklich zurück – nachdenklich, weil er darüber nachdenkt, wie man so viel Geld für so wenig Gegenwert hat rauspulvern können.

Ein echter Rohrkrepierer.