Daniel der Zauberer

Daniel der Zauberer (Daniel der Zauberer)
BRD 2004

Regie & Buch: Ulli Lommel; Kamera: Manuel Lommel; Musik: Der Gelbe Raum; Schnitt: Angelika Steinbock
Darsteller: Daniel Küblböck (Daniel Küblböck), Ulli Lommel (Johnny Küblböck), Peter Schamoni (Opa Winter), Rudolf Brem (Baltazar), Marina Lommel (Petra)
Länge: 81 Minuten Farbe

Herrlisch – ein Film, wie geschaffen für Daniel Küblböck.
Das filmische Unvermögen, das hier in allen Abteilungen inkl. “Schauspieler“ gezeigt wird, ist die kongeniale Erweiterung der musikalischen Talente des ehemaligen DSDS-Kandidaten.

Anstelle eines richtig halbdokumentarischen Musikfilms setzt Regisseur Lommel hier eine Geschichte über das ultimativ Böse, das Daniel vernichten will in Szene. Dazu soll dieser entführt oder ermordet werden oder irgendwie anders oder so – naja, ist egal.
Daniels toter Großvater (der Regisseur selbst) hält nämlich seine schützende Hand über ihn. Leider nur nicht über die Zuschauer, denn die dürfen die geballte Ladung deutscher Provinzbühnen und Schülerfilmkursen erleben.

Optisch ist der Film knapp über dem legendären “Piratenmassaker“ angesiedelt, zählt also eher zum Genre Amateurfilm. Das hat seinen ungewollten Charme, denn abseits der Inhalte, Dialoge und Figuren hat man dann noch andere Unterhaltungswerte für das geneigte Publikum. Dieses sollte aber wirklich aus hartgesottenen, stressresistenten Trashfans bestehen, die mit hoher Leidensfähigkeit ausgestattet sind.

Trotzdem – es bleibt – Trash-Enthusiasten werden auch diesem Machwerk etwas Gutes abgewinnen können. Alle anderen werden kaum die ersten zwei Minuten überleben.
Besonders schlimm ist dabei die deutlich lieblos umgesetzte Musikseite des Films. Hier hat man anscheinend gerade mal ein(!) Konzertchen mit ein paar Kameras in komplett wahllosen Kamerapositionen mitgedreht – deckt damit optisch letztlich aber mindestens ein Drittel des Filmes ab.
Hier verlangt der Streifen wirklich viel von seinen Zuschauern. Langeweile plus Amateurlook – das ist schon starker Tobak. Da reicht es auf jeden Fall nicht für den Titel “so schlecht, dass es wieder unterhaltsam ist“. Dazu ist das Machwerk dann doch auch einfach stellenweise viel zu öde. Wo andere Trashgurken zumindest etwas Abwechslung bieten, wiederholt sich “Daniel“ aber immerzu in Setting, Inhalt und Dialogen.

Schade, schade, schade, muss man schon sagen.
Die Chance mit “Highlander 2“, “Superman 4“, “Batman & Robin“, “Herkules“ oder selbst nur dem “Piratenmassaker“ in eine Reihe zu stehen, wurde vertan.
Dafür war´s dann letztlich doch zu öde, zu wenig hirnverbrannt-dämlich, nämlichganz einfach nur dämlich.