Couchgeflüster

Couchgeflüster (Prime)
USA 2005

Regie/Buch: Ben Younger; Kamera: William Rexer; Musik: Ryan Shore; Schnitt: Kristina Boden
Darsteller: Uma Thurman (Rafi Gardet), Meryl Streep (Lisa Metzger), Bryan Greenberg (David Bloomberg), Jon Abrahams (Morris), Adriana Biasi (Bay Ridge Blonde), Annie Parisse (Katherine)
Länge: 105 Minuten Farbe

Rafi ist 37 und frisch geschieden. Als sie von dem 23-jährigen David umworben wird, unterstützt sie sogar ihre Therapeutin, ihren Gefühlen nachzugeben und den Altersunterschied beiseite zu lassen. Das wird aber dann anders, als herauskommt, daß es ihr eigener Sohn ist, mit dem sie sich trifft.

Die Liebeskomödie mit Anleihen bei für Woody Allen typische Psychositzungen und Glaubensdillema (Rafi ist keine Jüdin, wohl aber die Familie von David) ist vor allem eines – einfach.

Das beginnt beim ersten Kennenlernen, gefolgt vom ersten Date und weiter bis zu allem was kommen muß. Hier ist wenig neues zu entdecken und auch das Gebotene bleibt äußerst simpel erzählt und kommt mit wenig schmückendem Beiwerk oder gar ausgefallenen Situationen aus.
Aber das, so unterstellen wir einfach mal dem Regisseur und Drehbuchautor, ist Programm, denn dadurch wirken viele Dinge in der Tat realistischer als bei einer reinen Boulevard-Inszenierung.
Ein weiteres Indiz dieser Theorie ist die Kameraführung und Lichtsetzung, die sich beide eher zurücknehmen. Die sehr oft eingesetzte Handkamera ist ebenfalls ein Merkmal, das zum real-life-Charakter passt (oder passen soll – ich war nicht so begeistert).

Aber wie soll schon Kubrick bei den Dreharbeiten zu “Shining” zu Jack Nicholson gesagt haben: “Das ist zwar realistisch, aber es ist nicht interessant!”
Und somit plätschert der Film auch nett vor sich hin und bietet zumal für ein weibliches Publikum, den ein oder anderen gelungenen Gag, weiß aber in keiner Phase so richtig zu überraschen oder zu begeistern.

Für alle diskussionswürdig ist, finde ich, der Schluß. Um hier nichts zu verraten. Ich hätte die letzte Szene nicht gezeigt und lieber die Abblende stehen gelassen. So wie er jetzt ist, wirkt er zu aufgesetzt und der offene Schluss wäre mir persönlich als Ende des Filmes auch viel lieber gewesen.